Körper und Psyche

Chronischer Schmerz
 
 

Schmerz

Schmerz ist eine sehr unangenehme Wahrnehmung, bei der Körper und Psyche eng miteinander verbunden sind. Schmerz hat für uns Menschen Alarmcharakter, d.h. wenn wir Schmerzen wahrnehmen, bemühen wir uns sofort, die Ursache zu finden und den Schmerz zu lindern. In der Schweiz leiden ca. eine Million Menschen unter chronischen Schmerzen. Der meistbetroffene Körperteil ist der Rücken.


Was sind Chronische Schmerzen?

Chronische Schmerzen, d.h. eine sogenannte Schmerzstörung, liegen dann vor, wenn folgende Symptome während mehreren Monaten auftreten:

Chronische Schmerzen entstehen nicht, weil der Betroffene etwas falsch gemacht hat. Er ist nicht Schuld an den Schmerzen und bildet sie sich auch nicht ein. Mit der Zeit haben sich aber verschiedene körperliche und psychische Lernprozesse verfestigt, und es hat sich ein Schmerzgedächtnis gebildet.


Was hat Schmerz mit der Psyche zu tun?

Die Ausmass von Schmerzen wird im limbischen System, einer Region des Gehirns, verarbeitet. In der gleichen Region befindet sich auch das Zentrum der Gefühle. Gefühle spielen bei der Schmerzwahrnehmung und ihrer Intensität eine wichtige Rolle. Beispiel: Ein Mensch leidet nach einem unverschuldeten Unfall unter starken Schmerzen. Der Unfallverursacher hat sich nie bei ihm gemeldet. Dieser Mensch kann in Momenten, in denen er negative Gefühle wie Ärger, Enttäuschung, Wut usw. empfindet, Schmerzen weniger gut regulieren und wird sie als stärker wahrnehmen als jemand, der seine Schmerzen durch eigenes Verschulden verursacht hat.

  
Was ist ein Schmerzgedächtnis?

Eine körperliche Reizung (z.B. eine Verletzung) wird durch Botenstoffe in den Nervenbahnen an das Gehirn geleitet. Dort wird die Reizung als eigentlicher Schmerz wahrgenommen. Hält ein Schmerz über längere Zeit an, bildet sich im Gehirn ein sogenanntes Schmerzgedächtnis. Als Folge ist immer weniger körperliche Reizintensität nörig, um die Schmerz-Zellen zu aktivieren und dem Menschen Schmerz zu melden. Dieser Prozess, Sensitivierung genannt, setzt neue Gedächtnisspuren in den Zellen, im Rückenmark und in bestimmten Teilen des Gehirns. Diese Sensitivierung ist vergleichbar mit einer Alarmanlage, die sich nach einigen Monaten nicht mehr nur bei sich nähernden Menschen einschaltet, sondern bereits Alarm schlägt, wenn eine Katze vorbeigeht oder ein starker Wind weht. Wenn sich das Gerät immer mehr in seiner Reizempfindlichkeit verstärkt, wird der Alarm zuletzt schon durch ein vorbeifliegendes Insekt und schliesslich ohne jeglichen Auslöser aktiviert.  Auf die gleiche Weise wird das Schmerzgedächtnis laufend empfindlicher.

  
Der Teufelskreis

der Teufelskreis beginnt damit, dass sich das Denken des Betroffenen mehr und mehr auf die Schmerzen konzentriert. Die Folge sind negative Gefühle wie Angst, Ärger, Enttäuschung etc. Diese Gefühle fördern noch mehr die Aufmerksamkeit auf den Körper und den als unbeeinflussbar wahrgenommen Schmerz, was wiederum Gefühle der Hilflosigkeit und Verzweiflung verstärkt. Und diese verstärken ihrerseits erneut die Schmerzwahrnehmung, und so fort.

   
Neu gelernte, ungünstige
Verhaltensweisen, z.B. :

Die Verhaltenstherapie bei Chronischen Schmerzen

Folgende Ziele werden zusammen mit dem Betroffenen angegangen:

Vereinigung Schweizer Schmerzpatienten hier

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