
Körper und Psyche
Hypochondrie oder die
Angst vor Krankheit
Krankheitsangst
Es gibt viele Menschen, die deuten Signale ihres eigenen Körpers als Gefahr, eine Krankheit zu haben. Diese Angst kann z.B. in schwierigen Lebenssituationen plötzlich auftreten oder sie kann sich auch langsam einschleichend verstärken. Die betroffene Person wendet den Körperempfindungen immer mehr Aufmerksamkeit zu und wird bei gewissen Symptomen zunehmend Angst bekommen. Diese Angst bewirkt eine Stressreaktion, die wiederum zu den Körpersyptomen beitragen kann. Der Teufelskreis der Angst vor Krankheit beginnt...
Leiden Sie unter bestimmten Symptomen Ihres Körpers, die Ihnen Angst machen, die sie beunruhigen?
Achten Sie vermehrt auf diese Symptome und prüfen immer wieder, ob sie da sind?
Waren Sie schon mehrfach beim Arzt, ohne dass dieser etwas gefunden hat?
Beginnen Sie, gewisse Dinge zu vermeiden, weil sie die Symptome nicht verschlimmern möchten?
Trägt diese Beunruhigung dazu bei, dass Sie weniger Lebensqualität haben?
Hilft es Ihnen manchmal kurzfristig, wenn andere Menschen Sie beruhigen, es sei nichts?
Sie sollten diese Krankheitsängste in einer psychologischen Beratung abklären lassen, denn das Leben mit dieser Angst ist sehr belastend und bedrückend. Wenn diese Angst über die Jahre weiter zunimmt, kann daraus eine sogenannte Hypochondrie werden.
Was ist
Hypochondrie?
Hypochondrie
bedeutet entgegen dem Volksmund nicht die Einbildung einer Krankheit,
sondern eine Störung der Wahrnehmung, die in einer überstarken
Angst vor Krankheit mündet. Menschen, die darunter leiden, tun dies nicht, um für sich selber Vorteile oder
Aufmerksamkeit zu erhalten!
Um eine Hypochondrie zu
diagnostizieren, müssen folgende Symptome vorhanden sein:
Der Betroffene hat grosse
Angst oder beschäftigt sich übermässig mit der Überzeugung, eine Krankheit
zu haben
Diese Angst oder
diese Überzeugung basiert auf einer Fehlinterpretation von körperlichen
Symptomen
Trotz medizinischer
Untersuchung und Bestätigung des Arztes, dass keine Krankheit vorliegt,
bleibt die Angst bestehen
Die Angst und die Beschäftigung mit der Angst führt zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Betroffenen.
Die Symptome
bestehen seit mindestens einem halben Jahr
Wie funktioniert Hypochondrie?
Körperliche Veränderungen in Stress-Situationen, äussere oder innere Einflüsse auf unsere Körper bewirken stetig kleine körperliche Symptome, die von den meisten Menschen nicht wahrgenommen werden. Nicht so jemand mit einer grossen Angst vor Krankheit. Eine solche Person beobachtet ihren Körper wesentlich intensiver, was – wie bei einem Scheinwerfer – mit einer verstärkten Wahrnehmung von Veränderungen des Körpers einhergeht. Auch geringe Veränderungen werden als Zeichen von Krankheit gedeutet und katastrophisierend bewertet. Daraus entsteht verständlicherweise grosse Angst. Je mehr Angst der betroffene empfindet, desto stärker der Stress und desto stärker werden die Körpersignale wahrgenommen. Der Teufelskreis beginnt.
Wie sieht eine verhaltenstherapeutische Behandlung aus?
Die Verhaltenstherapie besteht
in
verschiedenen Schritten, mit denen hypochondrische Ängste
stufenweise gemildert werden können:
Erarbeitung eines persönlichen Erklärungsmodells, wie die Störung entstanden ist und wie sie aufrecht erhalten wird
Anleitung zur
kritischen Selbstbeobachtung
Lernen, die Konzentration vom eigenen Körper abzulenken
Die Interpretation der wahrgenommenen Symptome
Stress und andere Auslöser für Körpersymptome
Body Checking – Sicherheitssuchendes Verhalten
Arztbesuche – Sicherheitssuchendes Verhalten
Schonverhalten
beobachten und hinterfragen
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