
Psychotherapie, Verhaltenstherapie
Allgemeines
Was ist Psychotherapie?
Psychotherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Methode, psychisches Leiden mit den Mitteln der Psychologie zu behandeln. Im Zentrum steht das Gespräch zwischen Psychotherapeut und Klient. Der Klient formuliert mehr oder weniger genau seine Beschwerden und seine Symptome. Ziel der Psychotherapie ist es, diese belastenden Symptome zum Verschwinden zu bringen oder wenigstens zu mildern.
In der Psychotherapie gibt es mittlerweile eine Reihe etablierter und anerkannter Methoden. Zum Teil sind sie auf bestimmte Formen psychischen Leidens spezialisiert, zum Teil konkurrenzieren sie sich untereinander ganz direkt. Dieser Umstand macht es für den Ratsuchenden oft schwierig, ohne Anleitung die für seinen Fall effizienteste Methode zu finden.
Wie finde ich einen Psychotherapeuten?
Ein wichtiges Kriterium für die Wahl eines Psychotherapeuten ist, dass dieser - welcher Methodik er selbst auch immer verpflichtet ist - über ausreichende Grundkenntnisse der jeweils anderen Methoden verfügt, sodass er Sie auch gezielt weiterweisen kann, sollte er zum Schluss kommen, dass Ihnen mit einer anderen Methode besser gedient ist. Skepsis ist angezeigt, wenn diese Bereitschaft fehlt, oder wenn ein Psychotherapeut geltend macht, alle Methoden gleichermassen in ausreichendem Masse zu beherrschen. Dafür sind mittlerweile Ausbildungsdauer und Erfahrungsbedarf bei jeder Richtung bei weitem zu umfangreich geworden.
Als Wegweiser mögen folgende Kriterien dienen. Einige gelten für alle anerkannten Therapiemethoden; am schärfsten formuliert und durch den Patienten am einfachsten nachprüfbar sind die Leitlinien der Verhaltenstherapie, die auch in der Praxis Dr. Esther Huser zur Anwendung kommen:
► Fachliche Qualifikation
Der Therapeut ist nachweislich entsprechend den gesetzlichen Anforderungen ausgebildet. Das bedeutet:
Als Psychologe hat er ein 4-5-jähriges universitäres Vollzeitstudium im Hauptfach Psychologie (Abschluss lic. phil. oder Dr. phil. oder entsprechende EU-Diplome) absolviert und eine weitere 4-5 jährige Weiterbildung zum Psychotherapeuten (in der Regel mit dem anerkannten Abschluss 'Fachpsychologe für Psychotherapie FSP'). Ist er selbständig erwerbend, verfügt er ausserdem über eine Praxisbewilligung des Kantons, in dem er tätig ist.
Der Therapeut ist jederzeit bereit, dem Patienten Auskunft über seine Aus- und Weiterbildung zu geben.
► Transparenz
Diagnose und
Behandlungsmöglichkeiten werden mit dem Patienten
ausführlich und lückenlos besprochen. Der Patient weiss zu jedem Zeitpunkt der Therapie, welche
psychologischen Mittel der Therapeut in der aktuellen Phase einsetzt
und welches ihr Sinn ist.
► Zielorientierung
Der Therapeut formuliert zusammen mit dem Klienten Ziele, die
man gemeinsam in der Therapie erreichen möchte. Der
Klient ist damit in die Lage, die Therapie hinsichtlich Qualität und in
ihrer zeitlichen Abfolge einschätzen zu können.
► Wissenschaftliche
Orientierung
Die
therapeutischen Mittel, die vom Therapeuten eingesetzt werden, orientieren sich
an wissenschaftlich überprüften Erkenntnissen der Psychologie.
Es werden in der Therapie keine Methoden eingesetzt, deren Zweck und Wirkung nicht erklärbar und/oder
nachvollziehbar sind oder die lediglich mit 'Erfahrung' oder mit 'besonderer
therapeutischer Befähigung' begründet werden können. Damit soll es für den
Klienten möglich sein, zu verstehen, warum diese oder jene Ziele und Mittel in
der Therapie angewendet werden.
► Menschliche Qualifikation
Vielleicht die wichtigste Voraussetzung von Seiten des Klienten ist es,
dass er sich beim Therapeuten wohl fühlt. Er sollte Vertrauen darin haben, dass
der Therapeut gut ausgebildet ist und weiss, wie er behutsam, zielgerichtet und
professionell mit den Problemen des Klienten umzugehen hat. Natürlich kann es wie in jeder beruflichen Beziehung auch in einer
Therapiesituation zu schwierigen Momenten kommen. Dann ist es wichtig, dass der
Therapeut mit diesen Situationen umgehen kann und auch dann noch Transparenz
und Offenheit möglich sind. Der Therapeut sollte unbedingt auch für Kritik
zugänglich sein und gut damit umgehen können.
Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie ist eine weit verbreitete, anerkannte Form der Psychotherapie. Sie geht davon aus, dass Menschen wesentliche Anteile ihres Verhaltens im Laufe des Lebens erlernen. Wir Menschen orientieren uns an Vorbildern in der Kindheit, in der Schule und in der Familie, am Verhalten der Anderen und übernehmen dieses teilweise oder ganz. Gelernt wird nicht nur positives Verhalten, das uns weiter hilft und stärkt, sondern auch Verhalten, das uns im späteren Leben in immer gleicher Form behindern kann.
Solcherart gelerntes, ungünstiges Verhalten kann unter bestimmten Bedingungen wieder 'verlernt' werden. Damit eine Änderung des Verhaltens, Denkens oder Fühlens in Angriff genommen werden kann, muss man die eigenen negativen Verhaltensweisen zuerst ganz genau kennen lernen. Das ungünstige Verhalten wurde und wird ja weitgehend unbemerkt erworben und ist als Teil unseres Alltagslebens so selbstverständlich geworden, dass die Mittel zur Eigenhilfe entsprechend beschränkt sind. Nicht selten berichten Patienten über monate- oder gar jahrelanges Brüten über immer die gleichen Themen, sowie über unzählige, erfolglos ausprobierte Dinge und Rezepte, ohne nachhaltigen Erfolg. Dieser frustrierenden und deprimierenden Erfahrung tritt der Verhaltenstherapeut entgegen, indem er hilft, Distanz zum eigenen Verhalten zu gewinnen, und gemeinsam Veränderungsziele zu erarbeiten, die nicht utopisch sind, sondern den persönlichen Möglichkeiten des Patienten entsprechen.
Voraussetzungen für das Gelingen einer Psychotherapie
Mitentscheidend für den Erfolg einer Psychotherapie sind neben der fachlichen und menschlichen Qualifikation des Therapeuten natürlich auch die Eigenschaften, die der Patient mitbringt. So ist beispielsweise eine gute Voraussetzung für das Gelingen die Bereitschaft des Klienten, über sich selber nachzudenken. Ebenfalls ist es hilfreich wenn der Klient dazu bereit ist, auch Veränderungen in seinem Verhalten auszuprobieren und zu versuchen, neue Wege zu gehen. Andererseits sollte aber genau eine Psychotherapie die Möglichkeit bieten, Wege aus Problemen zu suchen, auch wenn der Patient die nötigen Voraussetzungen eventuell nicht oder nicht zum gewünschten Zeitpunkt mitbringen kann.
Therapieangebote der Praxis Dr. E. Huser
► Angst
► Sucht
► Somatoforme Störungen/Chronischer Schmerz
► Trauma