
Psychotherapie, Verhaltenstherapie
Allgemeines
Was ist Psychotherapie?
Psychotherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Methode, psychisches Leiden mit den Mitteln der Psychologie zu behandeln. Im Zentrum steht das Gespräch zwischen Psychotherapeut und Klient. Der Klient formuliert mehr oder weniger genau seine Beschwerden und seine Symptome. Ziel der Psychotherapie ist es, diese belastenden Symptome zum Verschwinden zu bringen oder wenigstens zu mildern.
In der Psychotherapie gibt es mittlerweile eine Reihe
etablierter und anerkannter Methoden. Zum Teil sind sie auf bestimmte Formen
psychischen Leidens spezialisiert, zum Teil konkurrenzieren sie sich
untereinander ganz direkt. Dieser Umstand macht es für den Ratsuchenden oft
schwierig, ohne Anleitung die für seinen Fall beste Methode zu finden.
Wie finde ich einen Psychotherapeuten?
Die wichtigsten Kriterien (nach
den Ausbildungskrierien) sind die Sympathie und ein gutes Gefühl beim ersten
Kontakt mit dem Therapeuten. Die Suche im Internet hilft bei einer ersten
Orientierung. Möchte man nach bestimmten Suchkriterien einen Therapeuten
finden (z.B. eine bestimmte Sprache oder ein bestimmtes Quartier), so
bedient
man sich am besten der Suchmaschinen der Psychologenverbände (z.B.
►
FSP
gesamtschweizerisch oder
►
Züpp
für den Kanton Zürich).
Wie muss ein psychologischer Psychotherapeut ausgebildet
sein?
Ein Psychologe hat ein mindestens 5-jähriges Vollzeitstudium an einer Universität im Hauptfach Psychologie absolviert (Abschluss Mastertitel, lic. phil. oder Dr. phil. oder entsprechende EU-Diplome), und eine weitere 4-5 jährige Weiterbildung zum Psychotherapeuten gemacht (in der Regel mit dem anerkannten Abschluss 'Fachpsychologe für Psychotherapie FSP').
In der Schweiz kann der Psychologe sein Studium auch an einer Fachhochschule absolviert haben (Abschluss Master im Hauptfach Psychologie, dipl. psych.) und verfügt ebenfalls über eine mehrjährige Spezialausbildung zum Psychotherapeuten (Psychotherapeut SBAP).
Welches sind die Kriterien der Berufsausübung eines Psychotherapeuten?
Die folgenden Kriterien sollten von einem Psychotherapeuten eingehalten werden:
Menschliche Qualifikation
Vielleicht die wichtigste Voraussetzung von Seiten des Klienten ist
es, dass er sich bei seinem Therapeuten wohl fühlt. Er sollte Vertrauen
darin haben, dass der Therapeut gut ausgebildet ist und weiss, wie er
behutsam, zielgerichtet und professionell mit den Problemen des Klienten
umzugehen hat. Natürlich kann es wie in jeder beruflichen Beziehung auch
in einer Therapiesituation zu schwierigen Momenten kommen. Dann ist es
wichtig, dass der Therapeut mit diesen Situationen umgehen kann und auch
dann noch Transparenz und Offenheit möglich sind. Der Therapeut sollte
unbedingt auch für Kritik zugänglich sein und gut damit umgehen können
Transparenz zur Ausbildung des Therapeuten
Der Ausbildungswerdegang des Therapeuten ist detailliert und transparent
ersichtlich, entweder auf der Website des Therapeuten oder im Rahmen des
Erstgesprächs mündlich vermittelt. Der Patient kann jederzeit Fragen zu
Aus- und Weiterbildung des Therapeuten stellen, die offen und
detailliert beantwortet werden.
Transparenz
in der Therapie
Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten werden mit dem Patienten
ausführlich und lückenlos besprochen. Der Patient weiss zu jedem
Zeitpunkt der Therapie, welche psychologischen Mittel der Therapeut in
der aktuellen Phase einsetzt und welches deren Sinn ist.
Zielorientierung
Der Therapeut formuliert zusammen mit dem Klienten Ziele, die man
gemeinsam in der Therapie erreichen möchte. Der Klient ist damit in der
Lage, die Therapie hinsichtlich Qualität und in ihrer zeitlichen Abfolge
einschätzen zu können.
Wissenschaftliche Orientierung
Die therapeutischen Mittel, die vom Therapeuten eingesetzt werden,
orientieren sich an wissenschaftlich überprüften Erkenntnissen der
Psychologie. Es werden in der Therapie keine Methoden eingesetzt, deren
Zweck und Wirkung nicht erklärbar und/oder nachvollziehbar sind oder die
lediglich mit 'Erfahrung' oder mit 'besonderer therapeutischer
Befähigung' begründet werden können. Damit soll es für den Klienten
möglich sein, zu verstehen, warum diese oder jene Ziele und Mittel in
der Therapie angewendet werden.
Was ist Verhaltenstherapie?
Die Verhaltenstherapie ist eine weit verbreitete, anerkannte Form der Psychotherapie. Sie geht davon aus, dass Menschen wesentliche Anteile ihres Verhaltens im Laufe des Lebens erlernen. Wir Menschen orientieren uns an Vorbildern in der Kindheit, in der Schule und in der Familie, am Verhalten der Anderen und übernehmen dieses teilweise oder ganz. Gelernt wird nicht nur positives Verhalten, das uns weiter hilft und stärkt, sondern auch Verhalten, das uns im späteren Leben in immer gleicher Form behindern kann.
Solcherart gelerntes, ungünstiges Verhalten kann unter
bestimmten Bedingungen wieder 'verlernt' werden. Damit eine Änderung des
Verhaltens, Denkens oder Fühlens in Angriff genommen werden kann, muss man
die eigenen negativen Verhaltensweisen zuerst ganz genau kennen lernen. Das
ungünstige Verhalten wurde und wird ja weitgehend unbemerkt erworben und ist
als Teil unseres Alltagslebens so selbstverständlich geworden, dass die
Mittel zur Eigenhilfe entsprechend beschränkt sind. Nicht selten berichten
Patienten über monate- oder gar jahrelanges Brüten über immer die gleichen
Themen, sowie über unzählige, erfolglos ausprobierte Dinge und Rezepte, ohne
nachhaltigen Erfolg. Dieser frustrierenden und deprimierenden Erfahrung
tritt der Verhaltenstherapeut entgegen, indem er hilft, Distanz zum eigenen
Verhalten zu gewinnen, und gemeinsam Veränderungsziele zu erarbeiten, die
nicht utopisch sind, sondern den persönlichen Möglichkeiten des Patienten
entsprechen.
Voraussetzungen für das Gelingen einer Psychotherapie
Mitentscheidend für den Erfolg einer Psychotherapie sind
neben der fachlichen und menschlichen Qualifikation des Therapeuten natürlich
auch die Eigenschaften, die der Patient mitbringt. So ist beispielsweise eine
gute Voraussetzung für das Gelingen die Bereitschaft des Klienten, über sich
selber nachzudenken. Ebenfalls ist es hilfreich wenn der Klient dazu bereit ist,
auch Veränderungen in seinem Verhalten auszuprobieren und zu versuchen, neue
Wege zu gehen. Andererseits sollte aber genau eine Psychotherapie die
Möglichkeit bieten, Wege aus Problemen zu suchen, auch wenn der Patient die
nötigen Voraussetzungen eventuell nicht oder nicht zum gewünschten Zeitpunkt
mitbringen kann.