Psychotherapie, Verhaltenstherapie
Beziehungsprobleme und
Beziehungsstörungen
Was ist der Unterschied?
Die Psychotherapie unterscheidet zwischen 'einfachen'
Beziehungsproblemen und sogenannten Beziehungsstörungen. Die Übergänge sind
fliessend, und für den Betroffenen und für Laien sind die Unterschiede nicht
einfach zu erkennen.
Beziehungsprobleme
Beziehungsprobleme sind die häufigsten Probleme, unter denen wir Menschen leiden. Sie entstehen entweder, weil man selber ein Problem in die Beziehung mitbringt. Dann zeigt sich diese Störung bei jeder neuer Partnerschaft, und man beginnt je länger je mehr an sich zu zweifeln. Oder man leidet unter dem Problem, das der Partner in die Beziehung einbringt, und möchte lernen, damit umzugehen. Am häufigsten ist natürlich, dass beide Partner Schwierigkeiten haben und diese sich jeweils gegenseitig verstärken.
'Symptome' sind z.B.:
Sie haben das Gefühl, in jeder Partnerschaft kämpfen zu müssen.
Sie sind stark eifersüchtig und zerstören damit häufig eine Partnerschaft oder laufen Gefahr, dies zu tun.
Sie möchten Ihren Partner verlassen - es gelingt Ihnen aber einfach nicht. Ein Ping-Pong mit Gehen und Kommen entsteht, das viel Kraft braucht.
Sie streiten in Ihrer Partnerschaft sehr häufig über die immer gleichen Probleme und es gelingt nicht, diese endlich zu lösen.
Sie fühlen sich alleine und können mit Ihrem Partner nicht richtig über Probleme prechen.
Sie möchten Ihren Partner verlassen, aber alles ist zu kompliziert und zu aufwendig, und sie glauben nicht, dass Sie das schaffen können.
Sie haben in der Partnerschaft Probleme mit der Sexualität. Einer will mehr oder er will weniger, oder Sie haben gar keine Sexualität mehr miteinander.
Sie betrügen Ihren Partner oder werden von ihm betrogen.
Ihre Partnerschaft befriedigt nicht mehr, weil sie oberflächlich geworden ist.
Auffällig ist, dass wir Menschen kaum lernen, mit Konflikten und Schwierigkeiten umzugehen. Je nach Erziehung und Erfahrungen benützen wir mehr oder weniger erfolgreiche Strategien. Der Gang zum Therapeuten, bei dem man zielführende Strategien erlernen könnte, fällt zumeist schwer, weil er mit Angst verbunden ist. Man weiss nicht genau, was einen erwartet. Hinzu kommen von den Medien beeinflusste Vorstellungen über das Geschehen in einer Therapie, die abschreckend wirken können. Man überlegt schon längere Zeit hin und her, versucht dies und das, konsultiert alle möglichen Ratgeber, immer in der Hoffnung auf den 'ultimativen' Ratschlag, die erlösende Einsicht, die alles zum Besseren verändern werden. Wird der Leidensdruck stärker, sucht man sich schliesslich doch Adressen und Telefonnummern von Therapeuten, sobald es aber wieder ein bisschen besser geht, verwirft man den Schritt wieder. So kann sich das Problem über Jahre hinziehen, ohne dass eine Veränderung eintritt.
Beziehungsstörungen
Beziehungsstörungen sind belastend und schränken die Lebensqualität in hohem Masse ein. Sie können bereits in der Kindheit entstanden sein. Ein Kind kann ungünstige Beziehungserfahrungen gemacht haben, die damals nach ungewöhnlichen Strategien verlangt haben. Diese Strategien werden noch heute benutzt, obwohl sie im Erwachsenenleben zum psychischen 'Überleben' keineswegs mehr erforderlich wären. Tief verwurzelt und selbstverständlich geworden, können sie nicht so einfach verändert werden.
Einige typische Symptome
► Es gibt Menschen, die ihre Mitmenschen und ihre Umwelt als konstant unzuverlässig, nicht vertrauenswürdig, verletzend und kränkend erleben. Immer wieder erhalten sie doppeldeutige oder klar negative Hinweise in Bezug auf ihre Person. Sie ziehen sich von Beziehungen zurück, in denen sie verletzt werden. Die Schwelle von Kränkungen, die sie zu einem Rückzug veranlassen, wird immer niedriger, ihre Isolation und Einsamkeit nimmt zu.
► Es gibt Menschen, die ihre Mitmenschen unkritisch als zuverlässige und einzige Partner erleben, weil nur mit ihrer Hilfe sie sich in der Lage sehen, Entscheidungen zu treffen und sich in der Welt sicher zu bewegen. Sie haben unablässig Angst davor, unversehens alleine dazustehen, können sich nicht vorstellen, ohne die betreffenden Menschen zu leben und tun 'alles' dafür, damit dieser Fall nicht eintritt. Sie fühlen sich abhängig.
► Es gibt Menschen, die erleben Ihre Mitmenschen als wenig kompetent, sich selber hingegen häufig als überlegen, begabter und intelligenter. Trotz diesen geltend gemachten Fähigkeiten gelingt die grosse Karriere, die Familiengründung, die herausragende wissenschaftliche oder kulturelle Tat nicht.
► Es gibt Menschen, die erleben ihre Mitmenschen als intensive Liebespartner, können aber nicht über einen längeren Zeitraum mit ihnen zusammen sein. Gleichzeitig können sie aber auch nicht ohne sie leben. Sie haben Mühe damit, Nähe mit anderen Menschen zu teilen und sind doch zugleich sehr auf diese Nähe angewiesen.
► Es gibt Menschen, die jegliche Form von Kritik als Kränkung erleben. Sie tun alles dafür, keinen Anlass zu Kritik zu bieten. Ihr Ziel ist, möglichst perfekt zu sein oder zu erscheinen, und sie lassen niemanden an sich herankommen, um Enttäuschungen vorzubeugen.
► Es gibt Menschen, die anderen, insbesondere ihnen unbekannten Menschen mit grosser Unsicherheit und Gefühlen der Minderwertigkeit begegnen. Keine Kontrolle über den Verlauf solcher Begegnungen zu haben, löst grosse Angst aus, und diese Menschen vermeiden solche Situationen wo immer möglich. Dabei werden sie immer einsamer.
Literaturliste zu den Themen Beziehungsprobleme / Sexualität ► hier
Anmeldung / Weitere Informationen ► Kontakt
