Psychotherapie, Verhaltenstherapie

Psychotherapie im Alter
 
 

Ältere Menschen haben ganz eigene Problemstellungen und Fragen an das Leben und an den Tod als junge Menschen. Sie können sich in der heutigen, auf Jugend und Leistung getrimmten Gesellschaft einsam und ausgestossen fühlen. Ihre Wertvorstellungen sind Ihnen wichtig, haben sich aber in der Umwelt verändert und werden nicht mehr unbedingt geachtet. Im Alter kann es auch zunehmend schwieriger werden, neue Ziele zu finden und auch der Umgang mit Familie und Freunden kann problematisch sein. Weitere Themen des Alters sind Krankheiten, Einschränkungen, Verlust von geliebten Menschen und der Gedanke und die Angst um das eigene Leben und Sterben. Es ist nicht immer einfach, zu diesen Themen Menschen zu finden, die ernsthaft zuhören, die nicht sofort banalisieren 'Das wird schon wieder' oder 'Sowas darf man doch nicht denken', sondern die sich Ratschläge auf die Sorgen und Ängste einlassen können.

  

Das eigene Leben reflektieren

Psychotherapie im Alter kann eine bereichernde Erfahrung sein. Ein weiter Teil des Lebens mit vielen Hoch- und Tiefpunkten liegt teilweise hinter Ihnen. Dieses Leben noch einmal in der Erzählung durchzugehen und schwierige Punkte genauer anzuschauen, kann sehr erleichternd wirken. Zudem ist es eine ganz seltene und schöne Erfahrung, dass man sich selber die Zeit nimmt, einem anderen Menschen sein ganzes Leben zu erzählen. Neben den schwierigen Momenten, die noch einmal verarbeitet werden können, sind da auch all die Glücksmomente, die das jetzige Alter in Form von innerer Gelassenheit und Zufriedenheit bereichern können.

  

Ängste überwinden

Das Alter macht Angst, älter werden macht Angst. Auch die Gedanken, etwas nicht erlebt zu haben, etwas verpasst zu haben, können ängstigen. Angst ist ein belastendes Gefühl, das man im Gespräch in der Therapie eindämmen kann. Angstfreier mit der eigenen Geschichte, den Menschen um sich herum und dem eigenen Alter umzugehen, ist ein befreiendes Gefühl.

 

Mit Schuldgefühlen umgehen

Ein gelebtes Leben heisst immer auch ein Leben mit vielen unterschiedlichen Gefühlen gelebt zu haben. Manchmal hat man z.B. etwas getan, das man im Nachhinein bereut und immer wieder mit Schuldgefühlen daran denken muss. Das kann belastend sein. Mit Schuldgefühlen umzugehen ist nicht einfach. Rat gebende Menschen weisen dann häufig darauf hin 'Das ist nicht Deine Schuld', 'Du kannst nichts dafür', und obwohl man dies ja eigentlich auch weiss, hilft es nicht, um die Schuldgefühle loszuwerden. Im therapeutischen Gespräch lernt man, die eigene Schuld im Leben zu integrieren und diese nicht mehr als Belastung wahrzunehmen, sondern zu akzeptieren, dass es war wie es war. Und dass es so gut ist.

 

Sinnfragen / Bilanzieren / Lebensziele im Alter

Die dauernde Frage nach dem Sinn des Lebens, dem Sinn neuer Aufgaben oder Ziele kann im Alter blockierend wirken. Die Lust vergeht, überhaupt noch etwas zu unternehmen. Der Jugend steht die Welt offen. Sie kann sich ein Ziel vornehmen, mit der Gewissheit, dass sie sich noch viele andere Ziele wird vornehmen können. Im Alter verändert sich dieser Umstand. Wenn man ein Wunschziel verfolgen möchte, so wählt man immer auch gegen all die anderen Dinge, die man dann eventuell nicht mehr mache kann. Die Zeit ist beschränkt und dieses Bewusstsein kann Menschen dazu führen, traurig zu werden und gar nichts mehr zu machen. Dabei sollte es doch dazu führen, umso mehr das 'carpe diem' leben zu können.
    

Der Verlust von geliebten Menschen

Gerade die ältere Generation hat noch viel mehr gelernt, dass man mit den Schicksalsschlägen selber fertig werden muss. Dies ist bestimmt eine gute Haltung, aber sie sollte nicht für alle Fälle gelten. Gerade der Verlust eines geliebten Menschen oder der Tod von mehreren Freunden und Bekannten in kurzer Zeit, kann für einen Menschen zu einer Lebenskrise führen. Da kann es sehr hilfreich sein, sich an eine Fachperson zu wenden, die darauf achten kann, dass sich Traurigkeit und Schicksalsschläge nicht schleichend in Depressionen wandeln.  s. hierzu auch Trauerbegleitung

 

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